Zuletzt hatte Liz Tür an Tür mit den Toten gelebt, in Trauer und Verzweiflung … aber auch in vermeintlicher Sicherheit. Doch als sie den Lärm der Plünderer hört, das Wühlen in fremdem Eigentum, das Streiten und Fluchen, da kann sie nicht mehr bleiben.
Mir ihren letzten Vorräten, bewaffnet mit einer fast hundert Jahre alten Weltkriegspistole und getrieben von einem grimmigen Überlebenswillen, verlässt die 16-jährige den gewaltigen Wohnkomplex, diesen knochenweißen Quader aus Glas und Stahlbeton.
Sie flüchtet in eine aus den Fugen geratene Welt, in eine Welt voller Gefahren … und voller Möglichkeiten.

Viele Meilen entfernt macht sich Henry Womback auf den Weg, ein ehemals erfolgreicher Kalenderfotograf …nicht mehr jung, nicht mehr stark, außerdem herzkrank und verweichlicht vom guten Leben. Viel zu lange hat er gezögert, seine vielleicht letzte Chance auf Freiheit zu ergreifen, viel zu lange hat er ängstlich inmitten der Reste seiner Vergangenheit gehockt.

Während sich Liz Richtung Westen bewegt, fährt Mr. Henry Womback – schon zu seiner Schulzeit hatten sie ihn nur „Wombat“ genannt – in seinem alten Volvo Richtung Atlantikküste, vorbei an den Kadavern ehemals stolzer Städte, vorbei an den Überbleibseln einer toten Zivilisation … und an den blassen, noch verletzlichen Trieben des Neubeginns. In der waldreichen Gegend zwischen Pittsburgh und New York, diesem von seinen ehemaligen Bewohnern fluchtartig verlassenen Landstrich, der nur noch „Die Zone“ genannt wird, prallen die Schicksale der beiden Heimatlosen aufeinander.

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